"Da verlierst du den Glauben an den Sport"
Heiße Diskussionen gab es nach dem 0:0 des SSV Ulm 1846 beim 1. FC Pforzheim.
Die Ulmer sind sich einig: Schiedsrichter Andreas Klopfer (Emmendingen) brachte die Spatzen um den verdienten Lohn, indem er zwei reguläre Tore aberkannte und zusätzlich einen Foulelfmeter verweigerte. Mario Klotz stand bei seinem Treffer in der 60. Minute angeblich im Abseits und dem Tor von Benny Barth in der 90. Minute soll ein Foulspiel vorangegangen sein. Selbst Daniel Jilg, Torhüter des 1. FC Pforzheim, räumt in der Pforzheimer Zeitung ein, dass diese Entscheidung "glücklich" gewesen sei. Darüber hinaus musste Janusz Gora nach Spielende seinen Spielerpass dem Schiedsrichter übergeben - er soll ihn, den Schiedsrichter, beleidigt haben. Über mögliche Konsequenzen ist noch nichts bekannt. Wut und Trauer vermischten sich nach Spielende, Marcus Sorg wird in der Südwestpresse mit den Worten "Da verlierst du den Glauben an den Sport" zitiert.
Doch dabei hatten insbesondere die Pforzheimer im Vorfeld der Partie bedenken bei dieser Schiedsrichter-Ansetzung. Hintergrund: Der Unparteiische wohnt in Emmendingen, dessen FC ebenso im Abstiegskampf steckt wie der 1. FC Pforzheim. Darüber hinaus leitete der 29-jährige Schiedsrichter am 14. Spieltag das Spiel zwischen dem SV Bonlanden und dem 1. FC Pforzheim, welches die Goldstädter mit 0:3 verloren und gleichzeitig drei Spieler mit gelb-rot des Feldes verwiesen wurden. Hier fühlte sich der FCP massivst benachteiligt. Sicher nicht ganz unberechtigt befürchteten die Pforzheimer eine einseitige Leitung seitens des Schiedsrichtergespanns.
Doch wer die Spiele des SSV sieht, weiß, dass eine Bevorzugung der Spatzen eine reine Seltenheit ist und sich die Waage der Schiedsrichterfehlentscheidungen am Saisonende praktisch nie ausgleicht. Und selbst wenn, gibt es immer noch diese dubiosen Ankündigungen seitens des WFV, dem SSV wegen angeblichen Verstößen Punkte abzuziehen. Warum das so ist, darüber kann sich jeder seine eigene Theorie zusammenreimen.
Soviel jedenfalls zu den sicherlich nicht uninteressanten Hintergründen dieser Partie. Es bleibt dennoch eine Frage offen, die wohl nie geklärt werden wird. Warum hat man nur immer das Gefühl, dass der SSV nicht aufsteigen soll?
Quelle:
http://www.ssv-archiv.de-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Emotionen kochen über
Pfostenschüsse, Elfmeter verweigert, zwei Tore annulliertEnttäuschung und Empörung bei den Fußballern des SSV Ulm 1846. Der Oberliga-Dritte muss sich nach dem 0:0 beim 1. FC Pforzheim allmählich seine Titelträume abschminken.
Als Hauptschuldigen machten die Spatzen Schiedsrichter Andreas Klopfer aus.
Nach den 97 (!) Minuten in Pforzheim fuhren die Emotionen mit den Oberliga-Fußballern des SSV Ulm 1846 Achterbahn. Der Grund: Mit dem 0:0 im Brötzinger Tal sind die Chancen auf die angepeilte Meisterschaft weiter gesunken. Sechs Punkte beträgt derzeit der Rückstand auf Spitzenreiter SV Sandhausen, der allerdings ein Spiel mehr ausgetragen hat. Aufgrund der Tordifferenz müssten sich die Nordbadener in ihren letzten sieben Begegnungen noch zwei Ausrutscher leisten. Was eher unwahrscheinlich sein dürfte.
Noch mehr als die nüchternen Zahlen waren die Spatzen gestern Abend auf den besonders in der Endphase überforderten Schiedsrichter Andreas Klopfer sauer. Der Emmendinger hatte dem SSV 46 zwei Treffer aberkannt und zudem einen Strafstoß verweigert. "Betrug" und "Beschiss" waren noch die zärtlichsten Worte, welche die empörten Spatzen für den Referee fanden. Beim Kopfball-Tor von Benjamin Barth nach einem Marchese-Eckball in der Nachspielzeit war auch beim größten Bemühen keine Regelwidrigkeit zu erkennen. Zuvor hatte schon ein Treffer von Mario Klotz keine Gnade vor Klopfers Augen gefunden (angeblich Abseits).
Die Ulmer fuhren mit dem Gefühl nach Hause, ihnen laufe alles Pech dieser Welt hinterher. Und konnten ihre These auch begründen: Mit Pfostentreffern in der ersten Halbzeit von Miguel Coulibaly (16.), der für Klotz wieder in die Anfangsformation zurückgekehrt war, und von seinem Sturmpartner Gaetano Intemperante (25.). Mit dem verweigerten Foulelfmeter, als Intemperante im Strafraum durchaus "pfeifbar" zu Boden gedrückt wurde (70.). Und eben mit den verweigerten Toren, vor allem besagter Szene in der Nachspielzeit.
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Warum sich die Spatzen an die eigene Brust klopfen sollten? Nun, sie waren spielerisch die bessere Mannschaft gegen einen Gastgeber, der auf holprigem Rasen wie ein Berserker um den Klassenerhalt kämpfte. Der Vorwurf: Der SSV 46 nahm den Kampf an, hätte aber besser auf seine spielerische Potenz gesetzt.
Anstatt den Ball in den eigenen Reihen laufen zu lassen, liefen sich die Ulmer in der ungewohnten Hitze müde. Einigen jüngeren Akteuren wie Thomas Wünsche merkte man den Nervendruck an, unbedingt gewinnen zu müssen. Im zentralen Mittelfeld fehlte - wieder einmal - der zentrale Lenker, der dem Eifer auch noch den nötigen Überblick hinzugefügt hätte.
"Wir haben bis zur 97. Minute wie die Wahnsinnigen gekämpft. Und ich glaube trotz dieses Resultates weiterhin an die Aufstiegschance. Die ganze Mannschaft glaubt daran. Wir werden bis zum Schluss alles geben", gab Patrick Huckle nach der gestrigen Enttäuschung schon wieder Durchhalteparolen aus.
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Marcus Sorg: "Da verlierst du den Glauben an den Sport. Beide Tore, waren astrein - und warum der Schiedsrichter den Elfmeter nach dem Foul an Gaetano Intemperante nicht gepfiffen hat, verstehe ich beim besten Willen nicht."
Quelle: GEROLD KNEHR, Südwest Presse
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ZWEIMAL MIT DERSELBEN MASCHE DEM UNGEWOLLTEN TEAM DEN AUFSTIEG VERSAUEN - SO LANGSAM FÄLLT ES AUF
