„Wir geben nie auf“
Mit seinem Tor per Fallrückzieher in der Nachspielzeit (90.+3) hat Dubravko Kolinger (34) dem Fußball-Oberligisten FC Nöttingen am vergangenen Spieltag beim 1:1 gegen den Bahlinger SC einen Punkt gerettet. PZ-Redakteur Dominique Jahn hat sich mit dem Torschützen unterhalten.
Herr Kolinger, per Fallrückzieher haben Sie in ihrer Karriere bisher auch noch nicht so oft getroffen.
Kolinger: Eher weniger, das stimmt.
Wie viele Fallrückziehertore waren es denn insgesamt?
Kolinger: Keine Ahnung. Früher, als ich noch jung war, war das auch noch viel einfacher als heute. Aber das Tor gegen Bahlingen war doch schon sehr außergewöhnlich.
Wie kam der Treffer zustande?
Kolinger: Wir haben zum Schluss alles auf eine Karte gesetzt. Es war eigentlich der einzig gute Spielzug von uns in der gesamten Partie. Leo Neziraj passt vom Flügel nach innen zu Holger Fuchs, der mitgegangen war. Er sieht den freistehenden Marco Mössner. Der legt sich den Ball jedoch etwas zu weit vor, so dass die Kugel am gegnerischen Keeper abprallt und in der Luft ist.
Da bin ich hin und hab’ mir gedacht: jetzt musst das Ding irgendwie reinmachen. Mit dem Rücken zum Tor hab’ ich dann mal angesetzt.
Mit Erfolg. Es war Ihr zweites Saisontor. Danach sind die Spieler über Sie hergefallen?
Kolinger: Richtig, ich hab’ kaum noch Luft bekommen.
Ein Tor in der Nachspielzeit, steht das für den unbändigen Einsatzwillen des FC Nöttingen in dieser Runde?
Kolinger: Absolut. Das zeigt, dass wir topfit sind und auch über 90 Minuten gehen können. Unsere Stärke ist, dass wir nie aufgeben auch wenn wir in Rückstand geraten und es mal nicht so gut läuft. Viele haben auch gesagt, im letzten Jahr hätten wir so ein Spiel verloren.
Sie sind jetzt gut ein halbes Jahr beim FCN. Was ist diese Saison anders?
Kolinger: Die Spieler sind weiter. Sie haben enorm dazugelernt, was wohl auch daran liegt, dass wir das Training umgestellt haben. Wir trainieren viermal die Woche. Da ist auch mal eine dreckige Einheit dabei, in der sich die Spieler auskotzen müssen. Aber wir trainieren vor allem viel im taktischen Bereich, dadurch sind die Spieler im Kopf gefordert und das Resultat sieht man auf dem Platz.
Cheftrainer Michael Wittwer und Sie als Co-Trainer haben also großen Anteil am Erfolg?
Kolinger: Ich glaube schon, dass unsere Erfahrung eine große Rolle spielt. Die Spieler denken schon darüber nach, was wir ihnen verklickern.
Mit solch einem guten Start – fünf Siege, drei Unentschieden – konnte man vor der Runde nicht unbedingt rechnen.
Kolinger: Wenn man die Vorbereitung gesehen hat, wurde einem bestimmt schwarz vor Augen. Aber wir haben gesagt, wir ziehen unser Ding durch – auch im Training. Da war es egal, ob wir ein Testspiel gehabt haben oder nicht. Die Jungs mussten arbeiten.
Vor allem die Defensive ist stark. Nur vier Gegentreffer. Das Zusammenspiel mit Fuchs, Trick und Brenner klappt hervorragend.
Kolinger: Das passt wunderbar. Aber die gesamte Mannschaft arbeitet stark nach hinten. Das macht uns das Leben in der Abwehr dann auch leichter.
Am Freitag kommt nun der SV Waldhof Mannheim zum Topspiel nach Nöttingen. Kribbelt’s schon?
Kolinger: Wir haben ja erst Wochenbeginn. Aber ich freue mich natürlich auf die Partie. Schon allein wegen der vielen Zuschauer.
Vereins-Chef Dirk Steidl hofft auf mehr als 1000 Zuschauer?
Kolinger: Das wäre klasse. Aber ich hoffe, dass die Zuschauer kommen, um uns zu sehen – und nicht den Waldhof.
Ihre Mannschaft ist Favorit in diesem Spiel.
Kolinger: In diesem Spiel gibt es keinen Favoriten. Waldhof ist eine starke Mannschaft und will aufsteigen. Wir stehen an der Spitze und sind zu Hause ungeschlagen. Schön wäre es, wenn es so bliebe.
Ab wann wird man beim FC Nöttingen vom Aufstieg sprechen?
Kolinger: Wir reden überhaupt nicht vom Aufstieg. Wir haben das Ziel, besser abzuschließen als letztes Jahr (Platz neun, Anm. d. Red.). Die Runde ist erst losgegangen. Da wird noch einiges passieren. Wenn wir in der Winterpause noch oben stehen sollten, dann schauen wir mal.
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